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Mein Freund, das Klavier.

Sind Sie gerade in unsere Gemeinde gezogen? Oder ziehen Sie vielleicht in eine andere Stadt um? Bei mir liegt der letzte Umzug schon ein paar Jahre zurück. Aber kürzlich kam ich in die Verlegenheit, gleich zwei Freunden an aufeinander folgenden Samstagen bei ihrer Wohnstattverlagerung helfen zu dürfen. Dabei ist mir etwas aufgefallen. Die Kleinigkeiten des täglichen Lebens sind schwuppdiwupp transportiert. Unterhosen und Zahnbürsten, Spielsachen, Tischdecken und Küchenutensilien tragen sich fast von allein in die neue Wohnung. Auch die De- und Re-Montage von Möbelstücken geht leicht von der Hand. Die wirklich undankbaren Aufgaben sind andere. Bereits auf dem Flur lauern sie unübersehbar. Die Schwergewichte des Exodus. Die Giganten der Bizepsdehnung. Die heimtückischen Feinde der Bandscheibe. Ihre Namen? Bücherkiste und Klavier. Warum kann ich nicht mit unmusikalischen Legasthenikern befreundet sein? Selbst die Kiste mit den Kinderbüchern hat es in sich. Ganz zu schweigen von Atlanten, Bildbänden und der Familienbibel. Und dann erst das Musikmöbel. Es müsste eigentlich Kla-acht heißen, denn vier ungelernte Freizeitratschaissenträger sind definitiv zu wenig für ein mittleres Klavizimbel. Die Mitträger erzählen, sie hätten ein Klavier schon zu zweit getragen. Ha, mit wem denn? Schwarzenegger? Goliath? Oder Pippi Langstrumpf? Die konnte ja bekanntlich sogar Pferde heben. Mitten im Ächzen und Schreien ("Nach links!", " Ihr müsst den Gurt straffen!", "Ich kann es nicht mehr halten!") klingt plötzlich ein Kinderlied aus den Tiefen des Monstrums. Da spielt wer "Alle meine Entchen". Ist es nicht herrlich, dass so eine Zentnerlast von Holz, Metall und Filz solche himmlischen Töne erwecken kann. Ein Kinderlied auf halber Treppe - schwitzend und stöhnend unter den Gurten hör ich es und höre die Botschaft. Sei froh, dass es Klaviere gibt! Sei froh, dass du Freunde hast, die sie spielen können. Und die gerne lesen. Und die dir helfen, wenn du sie brauchst. Denn schließlich, was wäre denn eine neue Wohnung ohne Bücher? Geistlos. Und eine neue Wohnung ohne das Klavier? Seelenlos. Und eine Wohnung ohne Freunde? Unbewohnbar!
Traugott


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