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Trübe Gedanken

Vielleicht liegt es an der trübdüsteren Jahreszeit, vielleicht hat mich der Buß- und Bettag über die Maßen inspiriert, möglicherweise hab ich auch nur Verdauungsprobleme, ich verspüre jedenfalls einen mir bislang unbekannten Drang, hier an dieser Stelle auch einmal Selbstkritik zu üben. Beim Kehren vor der eigenen Tür fällt mir wieder auf, dass der sprichwörtliche Schuster ja selber die schlechtesten Schuhe hat. Und wem bin ich mit meinen abgelatschten Tretern nicht schon alles auf die Füße gestiegen. Menschen zum Beispiel, die einfach nur ihr Auto gerne nah an der Kirche parken (2008). Wo ich doch glücklich sein sollte, dass überhaupt jemand zum Gottesdienst kommt. Oder unserer Gemeinde, die mit langlebigen Stromsparlampen engagiert gegen die Weltklimakatastrophe kämpft (2009). Weiß ich’s denn besser? Vielleicht hilft es ja den Eisbären. Apropos Tiere, natürlich war es auch bloß so eine unbedachte Meinung von mir, dass Sie Ihre Haustiere nicht mit in die Kirche bringen sollen (2008). Schließlich, das kann jeder treue Hundeblick bestätigen, hat auch Hasso eine sorgebedürftige Seele. Ich bitte weiterhin um Vergebung bei allen, die im kreativen Getümmel auf dem Weg zum Abendmahl gern ihre eigenen Wege suchen (2010). Warum denn außen im Seitengang zurückgehen, wenn man in der Mitte so viele nette Bekannte auf engstem Raum treffen kann? Auch tut es mir leid, dass ich Menschen mit katholischem und Migrationshintergrund durch alberne Witze peinlich berührte (2012 und 2013). Ich sollte dankbarer sein. Schließlich waren es nicht zuletzt römisch-päpstliche Entscheidungen, denen wir das Entstehen unserer evangelischen Kirche überhaupt verdanken. Abbitte muss ich ebenso dafür leisten, dass ich Gästen und Gliedern der Gemeinde mehrfach ihr schönes Hobby, das Fotografieren von Taufen, madig machen wollte (2011 und 2014). Dabei fotografiere ich doch selbst gern. Sogar Menschen. „Lieber Traugott, sei froh, dass die Gemeinde lebt“, schrieb mir ein aufmerksamer Leser dazu, außerdem hätte ich mich wiederholt. Und recht hat er. Ich bin froh und ich wiederhole mich viel zu oft. Das sagt auch meine Frau. Und schließlich möchte ich mich noch bei allen anderen entschuldigen, denen ich auf den Geist gehe, wenn ich pingelig darauf beharre, dass das, was Sie hier lesen, „Gemeindeblatt“ heißt (2011). Es kann mir doch nun wirklich wurscht sein, ob Sie es „Kirchennachrichten“, „Gemeindebrief“ oder„Auferstehungsumschau“ nennen, Hauptsache, Sie lesen es. Falls Ihnen jetzt noch etwas Kritisches einfällt, das ich vergessen habe, dann aber schnell. Ich weiß nicht, wie lange meine trübe Stimmung noch anhält. Bald wird’s Frühling.
Traugott


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